Meryl Streep hasst die Tatsache, dass sie von Harvey Weinstein für seine eigenen Zwecke benutzt wurde.

Meryl Streep

Meryl Streep

Die Schauspielerin hatte beteuert, dass sie keine Ahnung von den sexuellen Übergriffen des Filmproduzenten gehabt habe und auch nie irgendetwas in der Hinsicht im Verdacht hatte. Und obwohl sie mittlerweile zur lautstarken Unterstützerin der Time's Up-Kampagne geworden ist, blickt Streep voller Reue auf ihre eigene unfreiwillige Rolle im Sex-Skandal um den 65-Jährigen: "Er hat sich mit meiner Hilfe Glaubwürdigkeit erkauft. Und das macht mich zum Komplizen beim Missbrauch dieser Frauen. Das kann ich nur schwer ertragen." Im Interview mit dem 'Spiegel' erklärt die 'Die Verlegerin'-Darstellerin, dass sie dieses Wissen "vor Wut umbringe".

Die Amerikanerin ist jedoch zuversichtlich, dass das Gute am Ende triumphieren wird und alle Schuldigen ihre gerechte Strafe erhalten. Dazu gehört auch US-Präsident Donald Trump. "Was auch immer Trump getan hat, er wird für alles irgendwann zur Rechenschaft gezogen. Da bin ich sicher. Das Recht wird triumphieren", zeigt sich der Star siegessicher.

Hollywood sei jedoch nur die repräsentative Industrie des schon lange schwelenden Problemfall des Sexismus und der sexuellen Belästigung. "Es geht zu wie überall - nur, dass wir bei anderen Branchen nicht so genau hinschauen", erklärt Streep. Doch genau diese Opfer hätten es oft noch viel schwerer: "Sie sind keine jungen schönen Schauspielerinnen, deren Geschichte Millionen Menschen interessiert." Deshalb fordert die 68-Jährige zu politischem Aktivismus auf: "Wir müssen im Kampf um unsere Werte und unsere Freiheit immer wachsam sein."

Man müsse jedoch auch immer Vorsicht walten lassen und das persönliche Gespräch mit angeblichen Übeltätern suchen. Nicht alle Männer, die sich daneben benommen haben, seien nämlich Sex-Monster. "Es gibt Raum für Vergebung und für nachdenkliche Gespräche", beschreibt die Schauspielerin die beste Herangehensweise an das Problem.