Der französische Filmmacher Claude Lanzmann ist im Alter von 92 Jahren verstorben.

Claude Lanzmann

Claude Lanzmann

Der Künstler, der vor allem für seine neuneinhalbstündige Dokumentation 'Shoah' über den Holocaust bekannt wurde, ist in seinem Zuhause in Paris gestorben. Die Todesursache ist bisher noch ungeklärt. Lanzmann wurde 1925 in Paris als Sohn von osteuropäischen Immigranten geboren. Bevor er sich an eine Filmkarriere wagte, studierte der Franzose Literatur und Philosophie und verbrachte viel Zeit mit den intellektuellen Größen Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir. Lanzmann war dreimal verheiratet und dreifacher Vater.

'Shoah' wird von Kritikern als ein herausragender Film über die dunkle Geschichte gefeiert und in dem Werk kommen zahlreiche Opfer zu Wort, die die Gräueltaten der Nazis aus erster Hand miterfahren mussten. In der Doku stecken ganze zwölf Jahre Arbeit und insgesamt wurden ganze 300 Minuten an Interviews aufgenommen. In seiner Autobiografie schrieb Lanzmann später über den eindrucksvollen Film: "Ich wusste, dass das Thema des Films der Tod an sich sein würde. Es handelt vom Tod und nicht vom Überleben. 12 Jahre lang habe ich unermüdlich in die schwarze Sonne der 'Shoah' gestarrt." Die 1985 veröffentlichte Dokumentation konnte zahlreiche Auszeichnungen gewinnen und wurde von dem Filmkritiker Roger Ebert als einer der "erhabensten Filme, die je gedreht wurden" bezeichnet.